Tag 215: Kindergedanken

So, die Kinder sind wieder in der Kita und wir haben neue Regeln zu Krankheiten (bei Schnupfen 24h beobachten, wann braucht man eine Bescheinigung, wann ein Attest etc. etc. …).

Aber: K1 ist ab heute stolzes Maxikind (so heißen bei uns die Kinder im letzten Kitajahr)! Hach! Mit ihr in der Gruppe sind, wenn ich richtig überlege, mindestens drei Kinder mit denen sie schon seit sie knapp 2 ist in der gleichen Gruppe ist, erst in der U3, dann bei den großen. Jetzt ist sie eine der ältesten. Hach. Mein Baby.

K2 hat heute ihr letztes Jahr in der U3 angetreten, wenn K1 in die Schule kommt geht sie zu den großen… für uns Eltern das vierte Jahr mit dieser U3-Gruppe – zwei Jahre mit K1, dann ein Jahr Pause, dann zwei mit K2. Fühlt sich lang und kurz zugleich an.

Ich war bei der Arbeit Recht produktiv aber danach irgendwie motivationslos was To-dos und Hausarbeit angeht. Morgen wieder. Dafür haben wir den Nachmittag mit den Kindern auf dem Balkon verbracht, mit Planschbecken und Rasierschaum. K2 hat so laut gelacht! K1 auch, als wir die Super Soaker rausgeholt haben. Gnihihi.

K2 möchte so gern so viel sprechen, aber die Laute richtig rauszubekommen fällt ihr noch schwer. Es wird jeden Tag besser! „Mehr Wasser!!!“ und „Ssaum!“ gingen schon ganz gut. Als K1 aus Versehen mit dem Spielzeughammer ihren eigenen Finger erwischt hat, hat K2 daneben gesessen und das Werkzeug ausgeschimpft, weil es ihrer Schwester weh getan hat. „Herk…sseug! Aua! Dududu! Niss!“ So süß. Aufs Spiegeln, wenn sie wütend ist, reagiert sie gerade wie im BO-Lehrbuch. Gerade weil ich bei K1 in dem Alter noch anders war, ist es interessant zu sehen, wie sie sich gleich beruhigt, wenn sie an unserem entrüsteten „Du bist ja richtig sauer! Du wolltest die Schminke haben! Aber Mama hat sie weggetan!“ bemerkt, dass wir sie verstanden haben.

K1 würde am liebsten sofort ein Drachenkostüm vom Liedflügler aus dem Dragons-Special haben. Sie fragt fast jeden Tag. Ich würde es ihr so gern sofort erfüllen,aber puh, da müssen wir erstmal Gehirnschmalz reinstecken… Hätte ich das gewusst, wie sehr mein Kind das Verkleiden liebt! Vielleicht wärme ich meine Cosplay-Ambitionen doch irgendwann nochmal auf. Bis dahin schminke ich sie wenigstens ab und zu als Drache, das mag sie auch sehr.

Jetzt aber… nach einer Folge Umbrella Academy früh ins Bett. Der Morgen hat um 5 angefangen. Diese Nacht darf gern was länger sein.

Tag 214: Sommerregen

Ich hab’s getan: Ich habe wirklich auf dem Balkon geschlafen! Das tat so gut, die frische Nachtluft zu atmen. Meine Decke war sogar zu warm, ich war nass geschwitzt aber hatte doch zu viel Schiss vor Mücken und Wespen (zwei davon brummten morgens um mich herum) um mich aufzudecken. Ansonsten – ja, doch, würde ich gern nochmal machen, allerdings sollte der Mann dann auch mal ungestört schlafen können, der hatte nämlich wohl eine recht turbulente Nacht mit wachen Kindern.

Der Morgen begann dann mit Fernsehzeit, das Dragons-Special musste unbedingt nochmal geschaut werden. Vormittags war ich allein mit K2 spazieren, K1 hatte keine Lust und der Mann hat sich derweil um’s Essen gekümmert:

Irgendwann Nachmittags, nach diversen anderen Medien, wurde es uns dann doch zu Bildschirmlastig und wir scheuchten die Kinder (eins freiwillig, eins mit sehr viel Überzeugung) pünktlich zum einsetzenden Sommerregen auf einen weiteren Spaziergang. Sah ein wenig anders aus als morgens:

K2 hat nun also auch ihre ersten Pfützensprünge absolviert und war den Rest der Strecke Barfuß unterwegs (Mama! Ssuhe nass!“ – Sorry, die einzigen passenden Gummistiefel sind in der Kita). Als es aufhörte zu regnen waren die Klamotten auch direkt wieder zu warm.

Danach waren – oh Wunder! – beide Kinder deutlich ausgeglichener und haben den Rest des Nachmittags gespielt.

Puh – die Kitaferien sind um, die neuen Wechselsachen gepackt, wir haben uns mit einer Kitafreundinnenfamilie angefreundet und sind demnächst zum Grillen eingeladen. Ich bin zufrieden, das war nach der Coronaschließung echt easy, da vorgeplant.

Also – auf in die neue Woche und bitte, Leute, bleibt auf Abstand und tragt Maske, ich möchte wirklich noch nach Norwegen gelassen werden demnächst.

Tag 213: Heißer

Heute Morgen lag ich mit den Kindern im Kinderzimmer, ich war wegen einer im Luftzug alle 5 min knallenden Tür seit 5:20 Uhr wach, und es regnete kurz. Da habe ich noch gedacht, das sei es jetzt gewesen mit der Hitzewelle. Haha.

Gegen 9 sind wir auf einen kurzen Spaziergang aufgebrochen, auf Fahrrad fahren hatten wir bei dem Wetter keine Lust, und es nieselte tatsächlich wieder. Danach wurde es heißer und heißer und unfassbar schwül.

K1 schwebte den gesamten Tag im Dragons-Fieber, auf Netflix gibt es ja die Serie zu „Drachenzähmen leicht gemacht“ und dazu gab es jetzt eine längere Special-Folge mit Liedern, die sie schon seit Tagen gern gucken wollte. Heute durfte sie sie schauen, weil ich Zeit hatte, bei etwas ganz neuem ist einer von uns Eltern dann doch noch dabei. K1 war jedenfalls Feuer und Flamme, guckte die Folge noch mehrmals und redete von kaum etwas anderem. Ich habe jetzt jedenfalls eine Ahnung, warum Disney so viele Lieder in den Kinderfilmen hat. Aber es war schon sehr schön mitanzusehen, diese vollkommene Begeisterung.

Am Nachmittag haben wir dann das Wasserspielzeug aufgebaut und die Kinder zum Spielen gescheucht. K1 machte mit der Paupetchaul ein Picknick mit Eis und Kuchen, K2 „schnitt“ mir die Fingernägel, das war echt knuffig.

Am Abend war dann der ganze Balkonboden klätschnass, K2 ist ins Wasser gehüpft, hat fasziniert die Playmobil-Dusche ausprobiert, wir haben Wassermelone gegessen… ein richtig heißer Tag halt.

Jetzt haben wir die erste Folge Umbrella Academy Staffel 2 durch, die macht jedenfalls schonmal Lust auf mehr. Und ich schlafe jetzt ganz vielleicht auf dem Balkon. Da ist es angenehm kühl.

Tag 212: Heiß

Was für eine Hitze, der Sommer ist inerhalb von zwei Tagen mit einer Hitzewelle so richtig zurück. Da war es gerade praktisch, dass die Kinder den letzten kitafreien Wochentag bei Oma und Opa verbrachten, die hatten nämlich schon das Planschbecken im Garten aufgestellt.

Auf der Arbeit heute nur Meetings, aber ich wurde per Mail ordentlich gelobt und ein Vorschlag, den ich von mir aus gemacht hatte, wurde für gut befunden und wird wahrscheinlich umgesetzt. Nimm das, Impostor-Syndrom!

Nachmittags kamen wir dann ebenfalls in den großelterlichen Garten, haben gemeinsam Eis gegessen und mit den Kindern aus Planschbecken, Rutsche und Gartenschlauch eine richtige Wasserrutsche mit fließendem Wasser konstruiert. Abends waren die Kinder dann völlig müde, haben auf der Heimfahrt im Bollerwagen schon nur noch dagelegen, haben aber schlecht in den Schlaf gefunden. Das kenne ich ja mittlerweile, wenn ein gewisser Punkt überschritten ist sind sie so aufgeputscht, dass trotz Müdigkeit an Schlaf nicht zu denken ist. Um halb neun sind sie aber doch beide eingeschlafen.

Tag 211: Unspektakulär

Heute Morgen weckte K2 mich um 5 und konnte bis 6:30 nicht wieder einschlafen, als K1 aufwachte. Da der Mann mit K1 schnell frühstücken ging, konnten wir beide überraschenderweise noch bis 7:45 schlafen – also wider Erwarten doch ein schöner Morgen!

Ich brachte die Kinder zu Fuß zu Oma und Opa, K2 in der Trage, K1 rannte (!) vor, in der warmen Morgensonne, das war schön.

Der Rest des Tages war voll, aber unspektakulär. Arbeit, Wocheneinkauf, Arztbesuch, Drogerie, Kinder abholen, Abendessen, Sofa. Da die Kinder super früh schliefen – schon um acht Uhr – haben wir unerwartet viel Zeit am Abend. Sehr erholsam, so ein paar freie Stündchen. Hoffentlich komme ich früh ins Bett.

Tag 210: Fertig

So, das war es dann mit dem Kitaferien-Kurzurlaub. Morgen und übermorgen sind die Kinder wieder bei Oma und Opa.

Ich muss nochmal sagen, ich bin da dieses Jahr echt zufrieden. Der Mann konnte größtenteils ungestört arbeiten und ich habe die 6 Stunden allein mit den Kindern echt gut hinbekommen, inklusive Mittagessen machen. Vor einem, zwei oder drei Jahren war ich nach drei solchen Tagen echt fertig und dadurch zu den Kindern ziemlich motzig. Dieses Mal ging das echt super, ob das an der Homeoffice-Kitaschließungs-Zeit liegt oder ob ich mich einfach so weiterentwickelt habe, oder sind einfach die Kinder älter geworden? Ich finde es jedenfalls gut.

Am Nachmittag brachte der Mann die Kinder zur Oma, sie waren mit Schaukel und Trampolin zufrieden, der Mann konnte ne Runde in Ruhe spazieren gehen und ich war hier zu Hause ganz allein, das tat gut. Zwei Stühle habe ich über Kleinanzeigen verkauft, insgesamt habe ich in den zwei vereinbarten Wochen, die wir uns als Zeitlimit gesetzt haben, doch noch ein nettes Sümmchen über Kleinanzeigen eingenommen, bevor der nicht verkaufte Rest halt wegkommt. Danach habe ich auf dem Balkon gelegen und so lang gelesen, bis ich einfach weggedöst bin. In einem Leben mit zwei quirligen Kindern eine erholsame Ausnahme.

Abends habe ich mit K1 noch gelesen und, hach, diese kindliche Phantasie ist so schön mitzuerleben! Heute Morgen ist sie mit abgespreizten großen Zehen als Velociraptor durch die Wohnung gestapft, heute Abend hat sie mir eine richtige ausgedachte Unterwasserwelt erzählt, ich brauchte nur nach Stichworten zu fragen (Leben die Meermenschen und die Meerfellfreunde zusammen? Und was ist mit dem Haimann?) und sie hat erzählt und zu jeder Frage etwas erklärt.

Noch ein wenig Twitterkneipe und dann bin ich gleich auch müde genug nach meinem Nachmittagsschläfchen, um ins Bett zu plumpsen.

Tag 209: Besuch

Am Vormittag habe ich wieder, wie geplant, alleine die Kinder gehütet. Ähm, so richtig reibungslos klappt das nicht, aber wenn ich mir überlege, wie das letztes Jahr noch gelaufen wäre oder vor vier Jahren mit nur K1, da habe ich doch einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht in Sachen eigene Grenzen wahren und geeignetes Maß an Struktur vorgeben. Ich habe gestern schon so drüber nachgesonnen, warum ich so viel erschöpfter und kraftloser bin wenn ich die Kinder habe und der Mann arbeitet (im Gegensatz zu andersrum), aber statt einer tiefgreifenden Antwort fiel mir schlicht auf, dass ich bis auf ein kleines Glas Sprudel zum Mittag ich gar nichts getrunken hatte, und es war halb sechs Nachmittags. Das ist so eine Sache, die fällt mir immernoch schwer, darauf zu achten.

K1 hat die Maus-Folge mit Alexander Gerst auf der ISS gesehen und das mit ihren Skye- und Everest-Plüschhunden nachgespielt, die hier in ihrer Sojus-Kapsel sitzen. Dazu erklärte sie, was sie alles in All brauchen (Raumanzüge, Proviant…) und wie das mit der Schwerelosigkeit so ist. Ich bin immer wieder begeistert von dieser Phantasie.

Den Nachmittag haben wir mit Besuch einer Kitafreundin samt Familie verbracht, auf dem Balkon Wassermelone gegessen, die Kinder haben ungefähr sämtliches Playmobil im Haus benutzt, Lego gebaut, gepuzzelt und noch mehr. Das war sehr schön und wir danach sehr hungrig, weil wir die Zeit total vergessen hatten. Also: Ein gelungener Nachmittag.

Tag 208: Waldspaziergang, Okonomiyaki und Montag

Also, ich wollte ja den Sonntag noch nachtragen.

Wir waren im Stadtwald, der neben einer Menge Bäume und heute etwa zweieinhalb Kilometern spazieren auch einen kleinen Wildpark mit Wildschweinen, Rehen und Ziegen enthält:

Es brauchte ein Stück Motivation für die Kinder, aber letztendlich sind sie doch ziemlich viel selbst gelaufen, wir haben auf einem gefällten Baumstamm unsere Snacks gegessen und die Wildschweine waren ein ziemliches Highlight. Die wurden gefüttert und waren daher ziemlich schnell und laut! Ich muss ja bei Wildschweinen immer ein bisschen an Okkoto von Prinzessin Mononoke denken. Brrr.

Nach dem Spaziergang setzte ich also meine am Freitag gekauften Lebensmittel aus dem Asia-Laden ein und bereitete die ersten Okonomiyaki meines Lebens zu:

Moah, lecker, sage ich Ihnen. Nomnomnom. Und wiedermal gar nicht so schwer. Wird ins Essensrepertoire aufgenommen. Okonomi Sauce sowieso. Großartig.

Ich mag ja eigentlich diese Vergleiche mit deutschen Gerichten nicht so, „japanische Pfannkuchen“, das soll wohl dazu dienen sich ungefähr vorzustellen, welcher bekannten Speise das ähnelt, aber es ist ja eben gerade keine japanische Interpretation von Pfannkuchen sondern ein ganz eigenes Gericht. Dennoch, wenn Sie den Vergleich bemühen wollen, sowas ähnliches wie Pfannkuchen mit Fischbrühe statt Wasser und reichlich Weißkohl im Teig (und Surimi, Bonitoflocken, rosa Ingwer, Okonomi Sauce und Mayo obendrauf) sind echt richtig lecker.

So. Nun zu heute. Diese Woche arbeitet der Mann und ich habe drei Tage frei, also bespaßte ich am Vormittag die Kinder. Wir haben fern gesehen und mit allen Kisten, Matratzen, Sportmatten, Decken und Spielzeugen im Kinderzimmer Höhlen gebaut.

Zu Mittag hatte ich letzte Woche extra besonders schnell zubereitete Gerichte geplant – lieber simples Essen mit TK-Gemüse als dass ich während der Zubereitung nicht auf die Kinder aufpassen kann. Wie auch immer das andere machen, die keinen zweiten zum Kinder hüten greifbar haben.

Nachmittags war K1 zum Gegenbesuch bei ihrem Kita-Freund eingeladen und schon ganz aufgeregt – trotzdem hat sie es geschafft, so leise zu sein, dass K2 nicht aus dem Mittagsschlaf aufwachte. Als ich wiederkam war sie aber wach und spielte Tiptoi – wieder eine neue Fähigkeit, vor ein paar Wochen wusste sie mit dem Stift noch nichts anzufangen. Dann habe ich mich ein wenig ausgeruht, während der Mann mit ihr einen kleinen Spaziergang machte.

Der Rest des Tages: K1 abholen, ne Runde Mario Kart, Reste-Abendessen, Aufräumen und Wäscheberg zusammenlegen (dafür für diese Woche fertig mit Waschen!), Netflix, Bett. Schöner Tag.

Tag 206: Wochenendschnipsel

So, Wochenende. Die Kinder haben sogar an meinem Aufstehtag relativ lange geschlafen und ich war halbwegs wach. Dann wollte K1 sogar VOR den Netflix-Folgen, die sie am Wochenende schauen darf, erstmal Lego spielen. Voller Erfolg, würde ich sagen. Es sind auch alle 600 Steine verbaut.

Vormittags machte der Mann sich mit den Kindern schonmal auf den Weg zur Oma und ich fuhr mit dem Rad zum Asialaden. Ich habe nämlich aus meinem Japan-Kochbuch eine lange Liste zusammengestellt für Misosuppe und Okonomiyaki und Grundzutaten. Gerade die sind nämlich ziemlich unterschiedlich zu dem, was ich so kenne. Die Basissuppe ist halt nicht Gemüsebrühe oder Hühnerbrühe, sondern Dashi, die aus speziellem Seetang und Fischflocken hergestellt wird. Hat man die Zutaten einmal, ist es eigentlich gar nicht mehr so schwer oder grundlegend anders. Wenn nix dazwischenkommt, wird morgen gekocht!

Ich machte noch einen Zwischenstopp in der Stadt, da ich mich von K1 habe überreden lassen, ihr das Skye-Stofftier zu kaufen, wenn sie ein anderes Stofftier aussortiert. Das hat sie auch gemacht. Dann auf zur Oma, dort spielten schon alle, wir hatten einen entspannten und schönen Nachmittag.

K2 ist jetzt in diesem Kurz-vor-Sprechen-Brabbelalter, in dem sie schon eine ganze Menge Wörter kann und den ganzen Tag alles, was sie tut, mit diesem Baby-Singsang melodisch untermalt, der nicht mehr nur „dadada“ ist, sondern aus ganz vielen Silben und mittlerweile auch allen Konsonanten besteht. Ach, ich muss das unbedingt noch mal aufnehmen, irgendwann spricht sie plötzlich komplett und schon vergesse ich, wie sich dieser Singsang angehört hat. So knuffig.