Zoo, Haushaltshelfer und Zubettbringen

Ich hatte mir das schon länger vorgenommen: Mit der RuhrTopCard gibt es dieses Jahr bis zum 31. März freien Eintritt in den Zoom. Wir hörten jedoch, dass das Wochenende nicht unbedingt ideal dafür ist: Die Idee haben viele und wenn das Wetter gut ist, kann man sich im Zoo stapeln, aber nicht in Ruhe Tiere gucken. Also beschlossen wir, das gute Wetter und einen der letzten gemeinsamen Tage Elternzeit zu nutzen, K1 nicht in die Kita zu bringen und gemeinsam in den Zoo zu gehen.

Ich sag’s mal kurz: Das war eine richtig gute Entscheidung.

Vorher musste ich noch eine Kleinigkeit erledigen (Ich habe mich etwas getraut und wurde belohnt. Zwar bin ich mir dem Projekt™ noch nicht weiter, aber mein Impostor ist ein bisschen kleiner geworden.) und kam dann nach. Der Mann war um 9 pünktlich zur Öffnung am Zoo gewesen, schon mit K1 im Bollerwagen und K2 in der Trage losgezogen und wir trafen uns bei den roten Pandas. K2 schlief und, wow, ich liebe den Anblick, wenn der Mann unser Baby am Körper trägt ❤ .

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Wir waren also im „Asien“-Bereich. Ich konzentrierte mich auf K1 und schaute mit ihr nach den Tieren. Die Schweinsaffen hatten Nachwuchs, die ganz kleinen wurden gestillt und getragen, das fand ich sehr, sehr süß und K1 sehr faszinierend. Sie war von der Tropenhalle begeistert, von den Kalongs (Malaiische Flughunde, sie ging ja zu Karneval als Fledermaus) und ganz besonders den Orang-Utans, die vormittags sogar richtig aktiv waren, herumkletterten und an Lianen schwangen. K2 wachte in der Tropenhalle auf und schaute sich ebenfalls super interessiert um. Was sich so kleine Babys wohl dabei denken? Sie war jedenfalls richtig fröhlich und aß bei unserer Pause ein ordentliches Stück Apfel. Wir anderen sowieso, wir hatten richtig Hunger.

Da wir letzten Herbst erst in der „Afrika“-Welt waren, schauten wir uns diesmal noch „Alaska“ an. Alle drei Welten schaffen wir mit zwei kleinen Kindern schlicht nicht, oder es würde uns zu stressig. Also: Alaska. Heute mit Luchsgeheul, Wolfsgeheul und hungrigen Seelöwen, so viele Tiergeräusche hört man selten. Im Imbiss gönnten wir uns Pommes und ein Eis – kann man mal machen, wenn der Zoobesuch sonst nichts kostet. K2 verdrückte eine Riesenportion Brei. Danach war K1 richtig erschöpft, legte sich in den Bollerwagen und ließ sich eine Weile durch die Gegend ziehen, und K2 schlief bei mir in der Trage.

Mittlerweile war es 15:30 Uhr, noch eine Waffel am Stiel und dann ab nach Hause. K2 hatte einen Mordshunger und stillte – zum ersten Mal seit etwa 7 Uhr morgens! Wow! Ich würde sagen, ich kann unbesorgt 5 Stunden pro Tag arbeiten. Das hatte mir ja bis zuletzt etwas Sorgen bereitet.

Jedenfalls war das ein ganz, ganz toller Zoobesuch und ein würdiger Abschied von der gemeinsamen Elternzeit. Morgen ist mein erster Arbeitstag, übernächste Woche geht es für den Mann wieder los. Ich freue mich schon!

Zu Hause bereitete ich mich vor: Bürokleidung rauslegen, Tasche packen – Arbeitsschlüssel, Zugangskarte, Tee, Trinken. Ist das lange her!

Zwischendurch hatten der Mann und ich noch eine zündende Idee: K2 ist ja großer Fan des Staubsaugerroboters, krabbelt liebend gern hin und haut so lange drauf, bis er sich in Bewegung setzt. Ausschalten hilft nicht mehr, den Knopf hat sie auch schon gefunden. Im Wohnzimmer war er also denkbar ungeeignet, in regelmäßigen Abständen musste man das Baby von Kirby abpflücken und ablenken. Ein Alternativplatz war uns noch nicht eingefallen: Der Küchenschrank, den wir eigentlich mal als Ort geplant hatten, war ein klein wenig zu niedrig, er passte nicht darunter. Heute kamen wir auf die Idee, von den Schlafzimmer-Einbauschränken, die etwas mehr Bodenfreiheit haben, einfach ein kleines Stück der Fußleiste abzunehmen und dort parkt er jetzt, unsichtbar und nicht störend, so wie es sich für richtig gute Haushaltshelfer gehört. I like.

Krönung des Abends: Der Mann war zum Essen mit Freunden verabredet und ich hatte mich bereiterklärt, beide Kinder ins Bett zu bringen – für mich eine Herausforderung, sonst machen wir das bisher nämlich getrennt. K1 war super aufgeregt, konnte kaum etwas Essen und sprang wie ein Flummi durch die Gegend. Letztendlich funktionierte das aber erstaunlich unkompliziert (Ich weiß, viele Eltern machen das Tag für Tag – aber für mich ist es halt neu) und um kurz vor Acht lag ein schlafendes Kind links von mir, eins rechts von mir und beide atmeten so ruhig. Schön war das.

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Auskuriert, abgerissen, zusammengelegt

So, K1 scheint wieder gesund zu sein. Kein Fieber heute. Gut, dass wir sie gleich beim ersten Krankheitsanzeichen daheim ließen.

Ich durfte ausschlafen und habe das bis nach neun Uhr auch getan – das war erholsam. Nachmittags hatte ich dennoch ein richtiges Tief. Also aufgerafft und den Lebensmitteleinkauf erledigt, dann ging es wieder.

K2 hat doll Zahnweh zur Zeit und will überall dran, wie es fast 10-monatige Babys nun mal wollen. Heute erwischte sie, nachdem der Staubsaugerroboter nun im Schlafzimmer steht, das Regal mit unseren amiibos und riß es fast aus der Wand. Mini-Hulk? Grün ist sie aber noch nicht geworden. Jetzt war sie um 18:30 so müde, dass sie auf dem Weg vom Bad ins Wohnzimmer einfach eingeschlafen ist.

K1 war heute allerdings höchstkooperativ und hat mit mir Wäsche zusammengelegt:

Sie war so stolz auf sich und hat das wirklich sorgfältig gemacht, ich habe das mal so gelassen (und meinen inneren Monk stoisch ignoriert). Sie sprüht im Moment nur so von Ideen spielt Tierfamilie („Ich bin das Schwesterpferd, K2 ist das Babypferd, Mama ist das Mamapferd und Papa ist das Papapferd. Okay?“ wahlweise mit Löwen, Fröschen etc.), baut Höhlen, Häuser und Portale, hüpft durch die Wohnung, kann zig Lieder auswendig, singt und tanzt dazu. Hach, meine Große.

Morgen dann: Letzter freier Tag vorm ersten Arbeitstag nach Elternzeit. Ich bin so aufgeregt! Wenn das Wetter so gut wird wie erwartet, unternehmen wir noch was schönes.

Vom Essen und Kranksein

Ich hätte mir gestern eigentlich denken können, das da was nicht in Ordnung ist.

Kleinkinder und vielseitige Ernährung ist ja eh immer so eine Sache, aber Hühnerfrikassee mit Reis hat K1 letztens, als ich in der Kita hospitierte, gegessen. Ich weiß, dass „Essen in der Kita“ und „Essen zu Hause“ ebenfalls sehr unterschiedlich sein können, aber Reis ist sie eigentlich immer gern. Gestern Abend nahm sie ausschließlich Möhrchen, sonst nichts.

Heute Morgen wachte das große Kind dann auch ein wenig kränkelnd auf, blieb bei uns zu Hause und bekam Mittags obendrein noch Fieber, die Arme.

Nachdem ich von der Physiotherapie kam, legte der Mann sich mit K2 hin – sie wacht momentan tagsüber nach maximal 15 min auf, wenn man nicht bei ihr liegt, also hat man einen super Grund für einen Mittagsschlaf – und ich mich mit K1. Das tat uns allen gut, Schlaf ist hier immer noch Mangelware.

Nach dem Ausruhen äußerte das große Kind dann entschieden: „Ich hab‘ Hunger!“ und es ergab sich folgender Dialog:

Tja, und nu? Unter beständigen „Ich hab sooo’n Hunger!“-Rufen (und ebenso beständigem „Kind, ich beeile mich, aber Kochen dauert halt so lange, wie es dauert“) setzte ich erstmal Wasser auf und kochte Gabelspaghetti, um dann weiterzusehen, was das Kind wohl mit dem Suppenanteil gemeint hat. Brühe hätte ich da gehabt, ebenso Dosensuppe. Aber nein, es war viel simpler:

Darf ich vorstellen: „Hühnersuppe“ á la K1.
A.k.a. Nudeln ohne alles und ne warme Milch mit Honig.


Davon hat sie dann auch zwei ganze Schüsseln voll gegessen. So erfülle ich ihr dann auch sehr gern jeden Essenswunsch.

K2 ist im Moment auch nicht sonderlich fürs Essen zu begeistern – wäre ich auch nicht, wenn im halben Mund die Milchzähne jede Woche ein wenig mehr durchs Zahnfleisch schimmern. Aua. Ich kann mich da noch genau an meine eigenen Weisheitszähne erinnern: Ich war 19 und kaute Wochenlang auf Karotten und Kaugummi herum, weil der Druck und Schmerz anders kaum aushaltbar waren, und ich spürte das im gesamten Gebiss beim Essen. Tjanun. K2 wohl auch.

Ansonsten ist nicht so viel passiert… Babywippe über Kleinanzeigen verkauft, Fernsehen und Videospiele fürs kranke Kind, abends Resteessen und eine halbe Stunde sehr produktiv (und ich mit Baby auf dem Rücken) angesammelten Kleinkram wegräumen. Jetzt noch die Discovery-Folge von letztem Freitag und ab ins Bett.

Schlechtes Timing

Puh, wir sind wieder zu Hause.

Gestern waren wir natürlich früh im Bett und die Nacht angenehm ruhig – K2 stillte nur zwei Mal und K1 schlief da sie mit uns im Schlafzimmer lag, durch.

Nachdem ich dann noch ein wenig liegenblieb, während Mann und Kinder duschten, fühlte ich mich einigermaßen wiederhergestellt – und hungrig. So hungrig!

Erstmal aßen die Kinder ein kleines Frühstück, wir packten die Koffer, der Mann brachte alles in Auto und wir trafen uns in einer der anderen Wohnungen zum gemeinsamen Frühstück. Das tat sowas von gut. Tee, Orangensaft, Rührei, Brötchen mit Schinken und Nutellabrötchen. Es ist also überstanden, aber diese Krankheit, woher sie auch immer kam, hat sich eindeutig den blödestmöglichen Zeitpunkt ausgesucht. Menno. Ganz schlechtes Timing.

Die Kinder spielten noch ein wenig, wir Erwachsenen quasselten und verabredeten gleich einen groben Zeitraum für das nächste Familienwochenende hier.

Die Rückfahrt war richtig angenehm: Der Mann fuhr in einem Rutsch durch, ohne Zwischenstopps, eine halbe Stunde vor Ankunft schliefen beide Kinder. Ach ja, K1 kann jetzt Bummelkasten mitsingen.

Zu Hause war wegen der schnellen Heimreise noch genügend Zeit fürs Auspacken, Wäsche waschen, Nickerchen, Essen, Baden für K1 und etwas Playmobil spielen.

So, hier sind noch ein paar Bilder vom Wochenende.

Jede Menge Kartenspiele:

Mit der Seilbahn auf den Ettelsberg und auf den Hochheideturm. Wetter genau im nasskalten Übergang zwischen Skisaison (Schneekanonen standen noch auf der Piste) und Frühling:

Rodeln auf Skipistenrest:

Sch…

…eibenkleister, ich bin doch kränker als ich gedacht hatte. Nachts erwischte es auch den Mann und morgens konnten auch keine modernen Arzneimittel uns mehr am Laufen halten.

Ich bin so, so dankbar, dass wir mit lieben Verwandten hier sind. Ein Anruf genügte und sie holten beide Kinder ab und spielten mit ihnen, sodass wir uns einfach zwei Stunden hinlegen konnten. Obwohl sie die Kinder bisher nur von Familienfeiern und Ausflügen kannten. Unsere Kinder frühstückten und spielten mit den anderen, dann gingen sogar drei Kinder gemeinsam mit den Erwachsenen schwimmen. K2 kam irgendwann zu uns, weil sie müde war. Ich schaute kurz im Schwimmbad vorbei (natürlich mit dreifach gewaschenen Händen und selbst nicht ins Wasser), danach war ich erstmal wieder erschöpft. K1 hat das alles so toll gemacht, ich bin wirklich unglaublich stolz.

Nachmittags raffte ich mich dann doch auf, während der Mann und K2 schliefen, und begleitete die anderen mit K1 nach draußen. Es ging mit einigermaßen und ich traute es mir zu, außerdem sollte K1 nicht auch noch dort auf uns verzichten müssen.

Wir fuhren also gemeinsam das kurze Stück zum Ettelsberg, nahmen die Seilbahn nach oben, fuhren den Turm hinauf, schauten uns das Panorama an, machten einen Zwischenstopp auf dem großen Spielplatz und fuhren wieder hinunter. Danach suchten wir uns noch eine Skipiste, auf der noch genug (tauender) Schnee lag, und die beiden großen Kinder rodelten ein paar Mal mit einem der Erwachsenen auf dem Schlitten hinunter. Man hat das Freudenquietschen bis nach unten gehört! (Fotos habe ich auch, aber keine Kraft mehr, die noch zu editieren und hochzuladen)

Obwohl ich mich zurückgehalten hatte, war ich danach echt erschöpft. Ich fuhr noch schnell beim Supermarkt vorbei, da wir eigentlich heute mit den anderen Essen gehen wollten…

Abends dann UNO Junior mit K1 (Wow, kann die das gut! Ich hatte beim Hospitieren gesehen, dass sie das Spiel in ihrer Kita-Gruppe haben), Suppe, schonmal packen und schnell ins Bett.

Hoffentlich kommen wir morgen gut heim. Was ein Mist.

Schönblick

Juchhu, wir sind angekommen!

Gestern Abend bis heute Mittag sah das alles noch eher mau aus, ich hatte nämlich… beschleunigte Verdauung und da wird die zweistündige Anfahrt ins Hochsauerland zum Risiko. Der Pharmaindustrie sei dank, wir haben es ohne Unfälle geschafft.

Nun haben wir hier also in einem schönen Ferienhaus insgesamt drei Wohnungen gemietet: Für uns selbst und einige Verwandten – Tanten und Cousinen – mit ihren Familien.

K1 haben wir direkt nach dem Mittagessen aus der Kita abgeholt und sind ohne Zwischenstopp losgefahren. Dafür mussten wir zwischendurch nochmal eine Pause machen und für Spielmaterial sorgen:

Ja, wir haben so ein Kartenspiel, das wir immer mit der Familie spielen – ich weiß gar nicht, woher die Regeln sind, habe das noch nie woanders gesehen (kennt hier jemand das Häufchen-Spiel?), aber man braucht drei Rommé-Sets dafür.

Der Ausblick von unserem Balkon ist jedenfalls, wie versprochen, sehr schön:

Wären wir Wintersportler, könnten wir von hier aus zu Fuß zum Skilift laufen.

Die Zimmer sind echt groß, etwas altmodisch aber wirklich sehr gut und auch kinderfreundlich eingerichtet. Das hoteleigene Schwimmbad haben wir auch schon für ein Stündchen genutzt.

Vorhin waren wir beim Griechen essen, das war sehr lecker aber mit vier Kindern zwischen einem halben und viereinhalb Jahren etwas unentspannt.

Die Kinder träufeln alle so langsam ins Bett, wir Erwachsenen werden noch ein wenig gemütlich beisammensitzen.

Schön.

Pakete, Musik und Wandtattoos

Heute Vormittag mal wieder Koffer gepackt – am Wochenende geht’s mit Verwandten ins Hochsauerland. So viel Winterurlaub wie dieses Jahr haben wir noch nie gemacht.

Zwischendurch kam noch ein Paket an, eine Premiere für uns: Wir haben in der Drogerie bestellt. Einen für uns attraktiven Supermarkt, der Waren nach Hause liefert, haben wir bisher noch nicht gefunden, aber zumindest wir kaufen mit Baby im Haus schon recht viel in der Drogerie, trotz 80% Stoffwindeln und so, daher lohnt sich das für uns. Besonders unangenehm für Großeinkäufe finde ich, dass diese Märkte meist keinen Parkplatz nebenan haben – so habe ich teilweise nicht alles mitgenommen, was ich brauchte, weil es mir einfach zu schwer war.

Also: Einkaufsliste zusammengeklickt, während K1 neben mir einschlief, und dann zwei Tage später nur noch auspacken. Herrlich! Mit Küchenrolle, Windeln, Babybrei, Waschmittel, Cremes und sonstigem Krempel sind wir jetzt erstmal versorgt. Der zusätzliche Plastikmüll hielt sich auch in Grenzen, dafür habe ich mindestens zwei Autoahrten in die Stadt gespart. Ja, doch. Das machen wir ab jetzt regelmäßig.

Am frühen Nachmittag waren wir in der Kita zum Eltern-Kind-Singen eingeladen. Die Erzieherinnen haben da ein schönes kleines Programm auf die Beine gestellt und K1 war mit etwa 12 anderen Kindern mit von der Partie. Sie singt mittlerweile laut mit, kann den Text auswendig und macht die passenden Bewegungen… wenn ich überlege, wie das in den ersten Musikschulstunden mit mir war, finde ich das eine ganz schöne Leistung. Sie war – zurecht – stolz auf sich, wie alle Kinder.

Zu Hause machte sich der Mann ans Abendessen – Weißkohl-Hack-Kartoffel-Pfanne, lecker. Währenddessen machte ich mich mit K1 an die versprochene Verschönerung des Kinderzimmers. Sie hatte sich „große Bilder“ von Elefant, Hase, Maus und Ente gewünscht, deren Clips sie momentan gern schaut. Nach einiger Recherche fand der Mann passende Wandtattoos. Et voila, die neue Schrankfront:

Vorhin machte der Mann K2 aus Spaß ein Haargummi in den länger werdenden Pony und, ich muss gestehen, das sieht zwar unglaublich Mädchen-Klischeehaft aus, aber auch wahnsinnig knuffig. Und: Sie massiert sich das Essen nicht mehr in die Haare, wenn sie sich vor Müdigkeit über Augen und Stirn reibt.

K1 hat sich Abends ein Spiel überlegt, das daraus bestand, dass wir abwechselnd eine (immer die gleiche) Schale mit Lego in (immer das gleiche) Papier eingepackt uns gegenseitig geschenkt und uns alle wie Bolle gefreut haben. Hachz.

So. Wenn jetzt gleich beide Kinder schlafen noch kurz was erledigen und dann möchte ich auf die Couch. Mit Tee und Schokolade.

Hm.

Weiß nicht was ich schreiben soll. Der Tag fing eigentlich gut an, Krabbelgruppe mit Autokindersitzberatung, dann schnell K2 zum Papa bringen und selbst zur Physiotherapie fahren. Dann nach Hause.

Dann eine schlechte Nachricht für mein Projekt. Mist.

Noch eine traurige Nachricht. Menschen besuchen, ihnen beistehen, versuchen, zu helfen.

Abendessen heute von der Pommesbude, weil anderes wichtiger ist. Jetzt sitze ich am Bett der Großen, höre ihren ruhigen Atem und das Knarzen des Balkontürrollos im Wind. Gute Nacht.

Schule

Die Kellerentrümpelung geht weiter, und zwar in der Form, dass ich meinen gesamten Papierkram aus Schule und Studium – ja, das sind immer noch mehrere Umzugskartons, und ich bin nicht stolz drauf – durchsehe, eventuell nochmal Interessantes abfotografiere und dann alles ins Altpapier wandert. Im Moment halt Schulkram, den ich erst letztes Jahr von meinen Eltern mitnahm, wo er in einer Kellerecke lag. Sachen aus der Grundschule, über 25 Jahre altes Papier!

Jedenfalls habe ich mal wieder einiges über mich gelernt:

  • Wie interessant ich ein Fach fand, kann man direkt an der Qualität der Aufzeichnungen erkennen. Latein: Kugelschreiber, am Seitenrand überall Zeichnungen: Muster, Menschen, Raumschiffe. Chemie und Bio: Fineliner und Füller, alles zu Hause nochmal sauber abgeschrieben, passende Farben, Illustrationen passend zum Inhalt, Linien mit Lineal.
  • Latein fand ich so langweilig, dass ich mir selbst Briefe geschrieben habe mit dem sinngemäßen Inhalt „Ich langweile mich so, es ist so öde, zum Glück habe ich gleich noch Chemie, hier, ich zeichne noch einen X-Wing.“ Das war, nachdem ich durch Lehrerwechsel von gerade noch 4 auf stabil 2 rutschte, weil der neue Lehrer über ein Jahr im Stoff hinterher war.
  • Chemie und Bio waren schon toll.
  • Ich habe mich offensichtlich mal so sehr darüber gefreut, dass ich Polynomdivision verstanden habe, dass ich genau das mit Filzstift danebenschrieb.
  • Manche Textaufgaben verstehe ich auch ein Semester Hochschulmathematik, ein Studium und eine Promotion später noch nicht.
  • Mit mehreren Arbeitsblättern würde man heutzutage einen ordentlichen Shitstorm auf sich ziehen (Thema „Indianer“ in der Grundschule mit üblen rassistischen Klischees, ein Text über die Minderwertigkeit von Gebärdensprache, bei dem ich zumindest keine korrigierenden Anmerkungen dazu mehr finde, nur, dass ich selbst unter „Kritik am Text“ geschrieben habe, das solle der Autor erstmal belegen)
  • Wir mussten in der 11. Klasse ein „politisches Gedicht“ schreiben. Der Lehrer hat alle gesammelt, abgetippt und für alle kopiert. Die Politikverdrossenheit, die da aus den Zeilen trieft, finde ich erschreckend, und das ist schon über 15 Jahre her.
  • Ich habe in der Oberstufe in Sport tatsächlich sowas wie Theorie (Aufwärmen – warum und wie?, Aufbau einer Trainingseinheit) gemacht und in Kunst gab es Arbeitsblätter zu Gesichtsproportionen, Portraitzeichnen, Kunstgeschichte und so. Cool!
  • Die Anmerkungen mancher Lehrer an den Klassenarbeiten kann ich icht mehr entziffern.
  • „Voll gut“ statt „gut +“. Heieiei, und diese gestelzten Beurteilungen dazu.

Sehr interessant.

Glück Auf!

Der Vollständigkeit halber: Gestern Routinearzttermin, Küche umräumen (der Mann), Kleiderschrank ausmisten (wir beide), dann kurz shoppen und abends lecker Sushi weil K1 bei der Oma schlief. K2 ist im Moment abends schlecht drauf und wird nachts oft wach – vielleicht Zähne?

Heute morgen nahmen wir K1 dann wieder in Empfang und brachen direkt zu unserem Ausflugsziel auf: Das Deutsche Bergbaumuseum Bochum. Da war ich bisher erst einmal im Leben – also, seit heute zweimal – obwohl ich schon lange Bochumerin bin. Es wird gerade umgebaut, ein Teil ist bereits fertig, aber mit zwei kleinen Kindern reichte der begehbare Teil und das Anschauungsbergwerk vollkommen aus, wir hätten gar nicht mehr geschafft.

K1 war vom Anschauungsbergwerk sehr fasziniert- es machte ihr schon ein wenig Angst, sie wollte aber tatsächlich selbst weiter und sogar nach einer Pause nochmal hinunter. Von Papas oder Mamas sicherem Arm aus ließ sie sich alles erklären und schaute sich die imposanten Ausstellungsstücke an. Das sind aber auch gigantische Maschinen! Kaum vorstellbar, wenn man sein Arbeitsleben im Labor und am Schreibtisch verbringt, wie so ein Arbeitsalltag ausgesehen hat. Am Ende kamen wir sogar an einer Führung vorbei, wo die Funktionsweise einer Maschine erklärt wurde und diese sogar noch funktionierte – obwohl wir K1 gerade gesagt hatten, dass die Geräte hier leider alle stillgelegt sind. Das war spannend!

Die neue Ausstellung ist wirklich schön geworden und auf dem neuesten Stand: Die Geschichte des Ruhrbergbaus reicht bis zur Schließung von Prosper Haniel 2018. Es gibt Maschinen, Gegenstände aus dem Arbeitsalltag sowie Infos rund um den Bergbau – zur Geschichte, Lebensbedingungen, Streiks, das Ende des Bergbaus. Einige Modelle bewegen sich auf Knopfdruck, das hat K1 richtig gut gefallen. Dass ich K2 im Tuch trug, war die richtige Entscheidung – im Bergwerk unten wäre ich mit Kinderwagen nicht glücklich geworden und wir konnten die ganze Zeit kuscheln.

Ich lasse mal Bilder sprechen:

Nach Hause gekommen sind wir zum Glück noch kurz vor dem Unwetter mit viel Regen und Hagel. Nachmittags dann noch etwas spielen, lecker Essen (Kartoffel-Broccoli-Gratin, hat sogar beiden Kindern geschmeckt) und der Samstag ist schon fast vorbei.